#94 - Warum Ordnung mir so wichtig ist und Tipps Ordnung zu halten

VORGESCHICHTE.
Bevor ich mit meinem eigentlichen Anliegen anfange, muss ich etwas ausholen. Von meiner Mama kenne ich, dass sie zu jeder Tages- und Nachzeit besucht werden kann und es niemals unordentlich sein wird. Nirgends liegt etwas herum, alles hat seinen Platz. Ich gehe so weit, dass ich behaupte, dass man bei meiner Mama zu Hause jederzeit vom Boden essen kann.
Früher war ich sehr unordentlich. Zum Leidwesen meiner Mama. Damals verstand ich auch noch nicht wie schlimm das für sie war. Dass ich nicht sofort das Bad putze sobald sie es mir auftrug, dass sich die Staubflusen in meinem Zimmer nur so sammelten und dass ich, über all da wo ich war, mein Zeug ablegte. Ich konnte mein Zimmer gut ausblenden. War sowieso nur zum schlafen dort. Verbrachte die restliche Zeit im unteren Stockwerk.
Damals.
Bis ich auszog.
Der Auszug war spontan. Verdammt spontan. Ich lag meinen Eltern lange in den Ohren sie müssten mich bis ich 26 bin aushalten. Und dann. Ohne Vorwarnung, ohne groß darüber nachgedacht zu haben, innerhalb von einem Monat stand ich in meiner ersten Wohnung. Unserer ersten gemeinsamen Wohnung.


GRÜNDE.
Die ersten Monate waren schwer. Ich war es nicht gewohnt die Wäsche zu waschen, essen zu kochen, mehr als ein Zimmer zu putzen. Wir waren beide maßlos überfordert. Dementsprechend sah es auch oft aus. Und ehrlich gesagt, war mir das auch immer sehr peinlich wenn meine Eltern uns spontan besuchten. Es dauerte über ein Jahr bis ich so etwas ähnliches wie eine Routine entwickelte. Doch erst jetzt in den Sommersemesterferien perfektionierte ich meine Routine. Zweieinhalb Jahre nach dem Aus- bzw. Einzug. Ich hoffe sehr, dass auch alles so gut klappt wenn das Semester wieder beginnt.
Es ist schwer für andere zu begreifen was ich empfinde. Meine Stimmung, meine Produktivität hängt sehr von meiner Umgebung ab. Gefällt sie mir nicht, ist es unordentlich, gar dreckig, macht sich in mir ein Unbehagen breit, fühle mich eingeengt, teilweise wie gelähmt. Ich entwickle eine innere Unruhe, werde unkonzentriert. Ich, die sowieso mit Konzentrationsschwäche zu kämpfen hat, kann kaum noch klar denken.
Ja, das macht Unordnung in meiner Umgebung mit mir.
Und genau deswegen brauche ich eine saubere, aufgeräumte Wohnung.
Ich würde fast behaupten, dass die Wohnung zum Teil der Spiegel meiner Seele ist. Geht es mir gut, habe ich alles im Griff sieht die Wohnung dementsprechend aus. Verliere ich langsam den Blick über meine Termine, habe Stress, bin viel Unterwegs, herrscht in mir Unruhe, so merke ich, wie auch die Wohnung sich verändert.
Und Stopp! Ich brauche eine kurze Pause. Ein paar Momente, um die Wohnung wieder in Schuss zu bringen. Eine Dusche danach und ich fühle mich wie ein neuer Mensch.
Ich weiß, es hört sich eigenartig an. Und doch fühle ich so.


TIPPS:
Organisation ist alles. Es ist nicht immer einfach alles zu schaffen. Studium, Freunde, Hobbys, Arbeit, Haushalt. Manchmal fühlt es sich an, als wären die Tage viel zu kurz und die ToDo Liste zu lang. Doch es ist zu schaffen. Stichwort: Organisation. Überleg dir wie du das aufräumen in deinen Alltag integrieren möchtest. Möchtest du an einem Tag alles machen oder lieber jeden Tag oder alle paar Tage eine Sache. Ich z.B. putze Sonntag früh immer sowohl Badezimmer als auch Klo. Die restlichen Zimmer mache ich verteilt weil ich da sowieso nur Saugen und Staub wischen muss. Das geht auch schnell mal zwischendurch. So kommen wir zum nächsten Punkt.

Mach es jetzt. Dann sparst du später Zeit. Früher lies ich mein Zeug immer liegen und sagte, ich würde das später machen. Das Problem dabei ist, später hat man auch keine Lust oder keine Zeit. So bleibt alles liegen und die Dinge stapeln sich nach und nach. Es sieht relativ schnell unordentlich aus und das aufräumen dauert länger. Also: lieber die paar Sekunden oder Minuten stark sein und gleich sein Zeug wegräumen. Anfangs ist das noch nervig, doch hat man das ein paar Mal gemacht geht das ganz automatisch.

Regelmäßig ausmisten. Man meint das manchmal gar nicht. Doch in einem halben Jahr, spätestens in einem Jahr hat sich so viel Zeug angesammelt das man eigentlich gar nicht braucht. Opfert mal einen Tag am Wochenende um richtig auszumisten. Trennt euch von Zeug das ihr schon lange nicht mehr benutzt habt, schmeißt unnützes weg. Seit hart. Etwas dass ihr nicht mindestens einmal im Monat braucht kann weg! Weg heißt ja nicht gleich wegschmeißen. Es reicht auch, es in den Keller oder Dachboden zu bringen. Dann könnt ihr immer noch darauf zugreifen wenn ihr irgendwas doch braucht.


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9 Kritiken

  1. Ich liebe dich und bin stolz auf dich!

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  2. Oh man ich möchte gar nicht wissen wie es dir erste Zeit in meiner ersten Wohnung aussehen wird. So wie ich mein Freund kenne werde ich ihn ordentlich zwingen müssen mit zu helfen, aber das krieg ich schon hin. So einen Haushalt zu führen stelle ich mir echt kompliziert vor und braucht sicherlich Übung. Finde toll dass du hier Tipps gibst, die könnte ich auch mal auf mein Zimmer anwenden.
    Liebe Grüße, Lea♥

    http://xxleasworldxx.blogspot.de/
    https://www.instagram.com/leasxxwrld/

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    1. Anfangs ist es wirklich stressig und anstrengend. Und es ist vor allem ein Unterschied ob man ne 20 qm Ein-Zimmer-Wohnung oder ne 65 qm Zwei-Zimmer-Wohnung hat. Oder ob man alleine oder mit jemandem zusammen wohnt. Bei mehr Leuten und mehr Platz kann man auch mehr Dreck und Unordnung machen. Aber alles nicht so wild! Haben schon viele hinbekommen :D
      Ach, wir haben das ganz gut geregelt. Jeder hat Arbeiten die er nicht so gerne macht oder die okay sind zu machen. Da muss man eben Kompromisse eingehen. Ich z.B. hasse es zu Handwerkern oder den Müll raus zu bringen. Dafür mache ich die Wäsche und putze Badezimmer und Klo, weil er das hasst.
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Hat mich sehr gefreut. Ich warte fast schon immer darauf dass du Kommentierst :D

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  3. Super geschrieben. Ich finde dein Design klasse! Ich bin selber ein ganz schlimmer Fall in Ordnung halten, deswegen ist dein Post echt hilfreich :D

    Ich verreise bald und blogge darüber.
    Ich stelle bei mir Reise-Blogger vor, wenns dich interessiert oder du jemanden kennst den es interessieren könnte: Schau doch vorbei! Du musst so gut wie nichts dafür tun :)
    Liebe Grüße Linda!
    http://sonder-lebenlernen.blogspot.de/

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    1. Danke schön! Ordnung hat vor allem mit ganz viel Disziplin zu tun bis es zur Gewohnheit wird. Also nicht aufgeben. Wie oben geschrieben hat das bei mir über zwei Jahre gedauert. (:

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  4. Super schöner Post! Erst einmal vorab: Ich mag deinen Schreibstil total gerne :)
    Ich selbst bin zugegebenermaßen auch nicht gerade der ordentlichste Mensch, wobei ich mittlerweile mit Hilfe von To-Do Listen etc. schon ziemlich gut organisiert bin :)

    Ganz liebe Grüße, Julia | www.sere-ndipity.blogspot.de

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    1. Vielen Dank! (: Solange du dich wohl fühlst ist das okay.

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  5. Für mich ist Ordnung auch unheimlich wichtig! Ohne kann ich mich einfach überhaupt nicht konzentrieren. Toller Text, super tipps!

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

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